Von den gut 3400 weltweit bekannten Schlangenarten sind deutlich mehr als die oft kolportierten 10 % giftig. Nachweislich giftig sind beispielsweise die kompletten Familien der Giftnattern und der Vipern sowie die Erdvipern .Die Giftzähne der Schlangen befinden sich vorn (in den Mund zurückklappbar oder feststehend) oder hinten im Oberkiefer. Die Zähne werden nach einer bestimmten Zeit durch andere, sich nach vorne schiebende Zähne ersetzt und fallen aus.
Gefährliche Viecher
Das Gift wird in Oberlippendrüsen gebildet und bei einem Biss in das Beutetier gespritzt. Das Gift kann entweder auf das zentrale Nervensystem oder auf das Blut und Gewebe des Opfers wirken, bei manchen Schlangenarten auch beides…
Zur Anzahl der weltweit jährlich durch Giftschlangen verursachten Todesfälle gibt es keine sicheren Angaben, eine neuere Schätzung gibt 21.000 bis 94.000 Todesfälle pro Jahr an. Andere Schätzungen gehen von 100.000 Todesfällen weltweit pro Jahr aus, weitere 300.000 Bissopfer erleiden teilweise chronische Schäden…

Gefährliche Viecher
Coastal Taipan
Der Taipan ist sehr scheu und weicht Menschen aufgrund seines sehr guten Gesichtssinnes frühzeitig aus. Die Tiere beißen nur, wenn sie plötzlich konfrontiert oder sich in die Enge getrieben fühlen. In diesen Fällen wehren sich die Tiere vehement und beißen oft mehrfach zu. Aufgrund der großen Giftmenge und der hohen Toxizität verläuft der Biss beim Menschen unbehandelt meist tödlich. Der Biss wird oft nicht bemerkt, lokale Symptome im Bereich der Bissstelle fehlen häufig. Typische Symptome eines Bisses sind anfangs Übelkeit und Erbrechen, danach kommt es zu fortschreitenden Lähmungen der Muskulatur bis hin zum ohne Behandlung tödlichen Atemstillstand sowie zu Blutgerinnungsstörungen.

Coastal Taipan
Philippinische Kobra
Laut einer Studie zeigten sich bei 38 von 39 Bissopfern Symptome, die auf den neurotoxischen Anteil des Giftes zurückzuführen waren. Diese führten bei 19 zu einer Atemlähmung, drei davon innerhalb von 30 Minuten nach dem Biss. Die Sterblichkeitsrate bei philippinischen Reisbauern lag 1987 bei 107 pro 100.000 und Jahr. Auf den Philippinen wird ein monovalentes Antivenin gegen das Gift hergestellt.

Philippinsche Kobra
Schwarze Mamba
Die Schwarze Mamba (Dendroaspis polylepis) ist mit einer durchschnittlichen Länge von etwa 2,50 Metern und einer Maximallänge von über 4,50 Metern die längste Giftschlange Afrikas. Namensgebend ist nicht die Hautfärbung, sondern die dunkle Innenseite des Mauls, dessen Farbe zwischen dunkelblau und tintenschwarz variiert. Sie jagt, indem sie sich an die Beute anschleicht, dann kurz zubeißt und sich anschließend zurückzieht, bis das Neurotoxin die Beute lähmt.

Schwarze Mamba
Diamant Klapperschlange
Das Verbreitungsgebiet der Diamant-Klapperschlange beschränkt sich auf den Südosten der USA und beinhaltet Florida, den äußersten Südosten von Louisiana sowie die südlichen Küstenregionen von Alabama, Georgia, North und South Carolina. Bei einer potentiellen Bedrohung versucht die Schlange zu fliehen oder verhält sich ruhig und vertraut auf ihre Tarnung. Wird die Bedrohung intensiver, kann die Schlange ihre Rassel zur Warnung einsetzen und dabei ein laut rasselndes Geräusch erzeugen. Meistens erfolgt bereits danach ein Verteidigungsbiss, der fast immer mit einer Giftinjektion verbunden ist.

Diamant Klapperschlange
Dunkle Tigerpython
Wildlebende Tigerpythons sind normalerweise wenig aggressiv. Werden sie gestört, zischen sie warnend oder kriechen weg und versuchen sich zu verstecken. Erst bei massiver Beunruhigung verteidigen sie sich durch kräftige, schmerzhafte Abwehrbisse. Nur wenige Tiere sind schnell reizbar und gehen von Anfang an zur Abwehr über. Das gilt insbesondere für einzelne Individuen von Sulawesi. In der Wildnis lebenden Tigerpythons wurde wiederholt nachgesagt, Menschen getötet zu haben.

Dunkle Tigerpython
Texas Klapperschlange
Als große Klapperschlange hat die Texas-Klapperschlange auch eine größere Giftmenge als alle anderen Arten der Gattung mit Ausnahme der Diamant-Klapperschlange. Das Gift greift die Blutzellen an und zerstört sie, außerdem führt es zu Gewebezerstörungen im Bereich der Bissstelle, die stark anschwillt. Wird der Biss nicht behandelt, kann er sehr schwere Folgen für den Patienten haben und sogar zum Tod führen.

Texas Klapperschlange
Königskobra
Abgesehen von der Nestverteidigung wird die Königskobra recht einheitlich als wenig aggressiv und dem Menschen ausweichende Art beschrieben. Das Gift ist im Wesentlichen neurotoxisch, hat aber auch blutgefäßzerstörende Komponenten. Es ist von mittlerer Wirksamkeit. Aufgrund der großen Giftmenge ist der Biss für den Menschen häufig tödlich. Typische Symptome eines Bisses sind starke Schwellungen, die sich auf die gesamten gebissenen Gliedmaßen ausdehnen können, und ein tödlich verlaufender Atemstillstand. Bei dokumentierten Todesfällen trat der Tod nach 20 Minuten bis 12 Stunden ein.

Königskobra
Gewöhnliche Lanzenotter
Bothrops atrox führt eine bodenbewohnende und weitgehend nachtaktive Lebensweise. Tagsüber versteckt sie sich zwischen Wurzeln, unter Falllaub oder ähnlichem, wobei der Körper tellerartig zusammengerollt ist. Die Verstecke werden besonders nach schweren Regenfällen verlassen. Die Schlange wird gelegentlich kletternd angetroffen, insbesondere wenn der Lebensraum überflutet wird. Zum Beutespektrum zählen kleine Säugetiere, Echsen, Froschlurche, kleine Vögel und andere Schlangen.Bei Störung setzt sie sich durch Giftbisse zur Wehr. Der Vorderkörper wird dabei lanzenartig nach vorn geworfen, so dass die Reichweite der Schlange im Falle eines Bisses groß ist

Gewöhnliche Lanzenotter
Netzpython
Die Art bewohnte ursprünglich feuchte tropische Regenwälder und Sümpfe. Netzpythons haben sich jedoch als sehr anpassungsfähig erwiesen und besiedeln heute auch Sekundärwälder, landwirtschaftliche Nutzflächen und menschliche Siedlungen bis hin zu Großstädten; die Art ist beispielsweise in Bangkok nicht selten und wurde auch mehrfach in Jakarta nachgewiesen. In allen besiedelten Habitaten sind Netzpythons eng an Wasser gebunden und halten sich meist in der Nähe kleiner Flüsse, Kanäle oder Tümpel auf

Netzpython
Östliche Braunschlange
Die Östliche Braunschlange gilt als sehr gefährlich, da sie bei Begegnungen sehr nervös und aggressiv reagiert, was ein häufiges Zubeißen zur Folge hat. Dabei windet sie ihren Körper zu einer S-Form und beißt dann extrem schnell und meist mehrfach (vier- bis fünfmal) zu, um die maximale Menge an Gift zu injizieren. Der neurotoxische Anteil des Giftes bewirkt, dass die Freisetzung von Acetylcholin, welches einen wichtigen Neurotransmitter darstellt, komplett eingestellt wird. Dies führt von einer Störung bis zur Hemmung der elektrischen Reizausbreitung von den Nerven zu den Muskeln, mit der Folge einer neuromuskulären Blockade (Muskellähmung).

Östliche Braunschlange
Anakonda
Die Große Anakonda zählt zu den größten Riesenschlangen der Welt, gesicherte Daten über die Maximallänge lebender oder frischtoter Individuen sind jedoch nicht verfügbar. Nach Dirksen ist die längste bekannte, vermutlich nicht nach dem Tod gestreckte Haut einer Großen Anakonda etwa 8,9 m lang. Bei dieser Haut fehlten Kopf und Schwanzspitze, das Tier hätte demnach eine Gesamtlänge von über 9 m gehabt. Gesicherte Angaben zum Maximalgewicht liegen ebenso wenig vor, Ausnahmeexemplare „sollen über 200 kg schwer werden können.“

Anakonda
Boomslang
Die Boomslang ist überwiegend tagaktiv und hält sich meist auf Bäumen oder Sträuchern auf, wo sie durch ihre Färbung sehr gut getarnt ist. Gelegentlich wird der Boden aufgesucht, zum Sonnenbad oder zur Jagd. Die Tiere jagen aktiv überwiegend in der höheren Vegetation, seltener auch auf dem Boden, vor allem in der Nähe von Fließgewässern. Beim Anblick geeigneter Beute erstarrt die Schlange mit erhobenem Kopf. Sie schnappt dann schnell zu und hält die Beute mit kauenden Bewegungen fest, bis diese durch das Gift verendet. Die Nahrung besteht vor allem aus Chamäleons und anderen baumbewohnenden Echsen, Vögeln und deren Nestlingen und Eiern sowie Fröschen.

Boomslang
Brillenschlange
Die Brillenschlange (Naja naja), auch Südasiatische Kobra oder kurz Kobra, ist eine 1,2–1,7 Meter lange Giftnatter (Elapidae) und zählt zu den gefährdeten Arten der Gattung der Echten Kobras (Naja). Sie ist sowohl tags- als auch dämmerungsaktiv und ernährt sich von Säugetieren, Amphibien, Reptilien, Vögeln sowie von deren Eiern. Brillenschlangen sind gefährliche Giftschlangen, die relativ häufig schwerwiegende Unfälle verursachen. Besonders häufig werden Bauern auf ihren Reisfeldern gebissen, wo die Tiere Ratten und andere Kleinsäuger jagen.

Brillenschlange
Puffotter
Die Puffotter ist für die meisten Giftschlangenbisse in Afrika verantwortlich. Die Giftzähne sind sehr lang, das gelbe Gift ist gewebezerstörend und hämotoxisch. Ein Giftbiss führt zu starken Blutungen im Gewebe und zum Teil massiven Nekrosen. Eine ausgewachsene Puffotter hat einen Giftvorrat, der ausreichend ist, um vier bis fünf Menschen zu töten. Sie ist nicht angriffslustig, beißt aber, wenn man ihr zu nahe kommt oder auf sie tritt.

Puffotter
Monokelkobra
Als Giftnatter verfügt die Monokelkobra über feststehende, leicht verlängerte Fangzähne im vorderen Bereich des Oberkiefers. Anatomisch betrachtet ist Naja kaouthia in der Lage, Gift zu speien, allerdings können Berichte über giftspeiende Monokelkobras nicht mit Sicherheit dieser Art zugeordnet werden. Sie produziert ein hochpotentes Toxin, welches als postsynaptisches Neurotoxin wirkt und zudem starke gewebezerstörende Eigenschaften hat. Nach einem Biss treten recht schnell Schmerzen und Schwellungen am gebissenen Glied auf, es kommt zu Verfärbungen, Blasenbildung und lokalen Nekrosen. Innerhalb weniger Minuten bis Stunden nach einem Biss treten zentralnervöse Erscheinungen auf, etwa allgemeine Benommenheit, sowie periphere Symptome wie Lähmungserscheinungen.

Monokelkobra
Inlandtaipan
Im Englischen wird sie auch Small Scaled Snake, Western Taipan oder Fierce Snake genannt. Letzterer Name bedeutet übersetzt „Wilde Schlange“ und wird im allgemeinen Sprachgebrauch am häufigsten verwendet. Der Inlandtaipan erhielt diesen Namen von Farmern, weil er bei der Jagd manchmal so aussieht, als würde er das Vieh auf dem Weideland jagen. Im Deutschen werden gelegentlich auch die Namen „Schreckensotter“ und „Zornschlange“ verwendet. Aufgrund ihrer Entdeckungsgeschichte und starken Giftigkeit wurde sie Mitte der 1980er Jahre Australiens bekannteste Schlange.

Inlandtaipan
Sandrasselotter
Das Gift der Gemeinen Sandrasselotter ist sehr stark hämotoxisch, eine ärztliche Behandlung mit einem adäquaten Antivenin ist notwendig. Die starke Reizbarkeit sowie die Nähe zu menschlichen Agrargebieten führt zu häufigen Bissen, wodurch sie zu einer der gefährlichsten Schlangenarten ihres Verbreitungsgebietes wird. In Indien ist sie beispielsweise neben der Kettenviper, der Brillenschlange und dem Gewöhnlichen Krait eine der vier Arten, auf die der Großteil der tödlichen Schlangenbisse zurückzuführen ist (Big Four).

Sandrasselotter
Gewöhnlicher Krait
Unbehandelt verlaufen 70 bis 80 Prozent der Vergiftungsfälle tödlich. Nach einem Biss beim Menschen können unspezifische Allgemeinsymptome (z. B. Kopfschmerz, Übelkeit, Emesis, Abdominalschmerzen, Diarrhoe, Schwindel, Schock, Krämpfe) auftreten. Die Neurotoxine bewirken eine fortschreitende Lähmung, die sich anfänglich durch Ptosis bemerkbar macht und bis zur vollständigen Paralyse führen kann. Der Tod tritt durch Atemlähmung ein. Betroffene sind ggf. künstlich zu beatmen. Weiterhin stehen zur Therapie wirksame Antivenine zur Verfügung.

Gewöhnlicher Krait
Kettenviper
Sie ist in zwei Unterarten in Asien von Indien über Teile Chinas bis nach Südostasien und Indonesien verbreitet. Die Kettenviper gilt wegen ihres extrem wirksamen Gifts und ihres häufigen Auftretens im Siedlungsbereich als gefährlichste Schlange Südostasiens; pro Jahr werden dieser Art etwa 900 Todesfälle zugeschrieben. Die für Vipern typischen vorn im Oberkiefer stehenden Giftzähne sind ausklappbar und mit einem inneren Giftkanal ausgestattet (solenoglyphe Giftzähne). Sie sind bis zu 16 Millimeter lang, wobei mindestens zwei und maximal sechs Zahnpaare vorhanden sind. Die vordersten Zähne sind besonders stark ausgebildet und enthalten den eigentlichen Giftapparat.

Kettenviper
Chinesische Kobra
Die Chinesische Kobra, wissenschaftlicher Name Naja atra, ist eine Schlangenart der Gattung der Echten Kobras (Naja) mit Lebensraum in Süd-China und auf den Inseln Hainan und Taiwan. Die stark giftige Schlangenart wird in China als Fleischlieferant und im Rahmen der Traditionellen chinesischen Medizin stark besammelt und ist deshalb regional vom Aussterben bedroht.

Chinesische Kobra
Seeschlange
Seeschlangen unterscheiden sich aufgrund ihrer marinen Lebensweise in einigen Merkmalen deutlich von anderen Schlangen. Dabei ist das auffälligste sichtbare Merkmal der seitlich abgeflachte Schwanz, der allen Seeschlangen gemeinsam ist und der besseren Fortbewegung im Wasser dient. Hinzu kommt meist eine reduzierte Anzahl von Bauchschuppen (Ventralia, außer bei den Laticauda-Arten, welche sich auch an Land bewegen können) und die unter der Zunge liegende Salzdrüse, die der Ausscheidung von überschüssigem Salz dient. Des Weiteren ist der rechte Lungenflügel der Seeschlangen stark vergrößert und reicht bis in die Schwanzspitze der Tiere.

Seeschlange
Uräusschlange
Die Uräusschlange ist über den nördlichen und zentralafrikanischen Kontinent bis zur arabischen Halbinsel und nach Palästina hin verbreitet. Vorzugsweise lebt sie in Halbwüsten, Wüsten, Steppen, an und in Feldern, an Straßen und in menschlichen Siedlungen. Uräusschlangen sind Bodenbewohner und verkriechen sich tagsüber unter Felsen, im Gestrüpp, in hohlen Baumstämmen, Erdlöchern oder unter Hütten und Blech. Die Tiere sind relativ ortstreu. Sie sind schnell und wenig aggressiv. Bei Bedrohung stellen sie sich bis zu einer Höhe von 60 Zentimetern auf und breiten den Nackenschild zur typischen Drohhaltung der Echten Kobras aus. Das Gift ist ein sehr wirksames Nervengift. Als Beute dienen kleine Säugetiere, Vögel, Eier, Reptilien und Amphibien.

Uräusschlange
Gewöhnliche Tigerotter
Die Tigerottern werden als sehr gefährliche Schlangen eingeschätzt, da sie ein sehr potentes Gift besitzen und zudem häufig mit Menschen in Berührung kommen. Entsprechend ist ein sehr großer Anteil der tödlichen Schlangenbissunfälle Australiens auf die beiden Arten dieser Gattung zurückzuführen. Trotz dieser Zahlen gelten sie als wenig angriffslustig und attackieren nur bei Störungen. Ein Antivenin gegen das Gift der Tigerottern wurde bereits sehr früh entwickelt und das Schlangengift ist in seiner Zusammensetzung und Wirkung sehr gut erforscht.

Gewöhnliche Tigerotter
Afrikanische Speikobra
Die Afrikanische Speikobra ist meistens nachtaktiv und geht entsprechend erst nachts auf Beutefang. Das potenziell tödliche Gift der Kobras und damit auch das der Afrikanischen Speikobra ist ein vor allem postsynaptisch wirkendes Nerven- (Neurotoxin) und Zellgift (Cytotoxin). Die Gifte der Afrikanischen Speikobra und der Mosambik-Speikobra verfügen über eine untypische Eigenschaft, indem sie schwere lokale Gewebeschäden hervorrufen. Überlebende eines Bisses können darum schwere Wunden haben oder sogar gebissene Extremitäten verlieren.

Afrikanische Speikobra
Kapkobra
Wie ihr Name sagt, kommt die Kapkobra neben anderen Ländern in Teilen Südafrikas vor. Die Kapkobra ist trotz ihrer vergleichsweise geringen Länge die giftigste Kobraart in Afrika.
ihr Gift ist sogar wirksamer und gefährlicher als das der Schwarzen Mamba. Keine Schlange tötet in Südafrika mehr Menschen als diese Schlange. Sie besitzt keine Unterarten.Es gibt mittlerweile 30 Kobraarten der Gattung Naja, obwohl es dazu in der Literatur verschiedene Angaben gibt und die Taxonomie in stetigem Fluss ist. Die Königskobra beispielsweise gehört trotz ihres Namens zur Gattung der Schlangenfresser (Ophiophagus) und ist daher der Systematik nach keine “echte” Kobra. Die Kobras lassen sich in die asiatischen und afrikanischen unterteilen, wobei die Kapkobra zu den afrikanischen Kobras gehört

Kapkobra
Todesotter
odesottern erreichen meist eine Länge von 50 bis 60 Zentimetern, maximal etwa einem Meter. Der Rumpf ist seitlich abgeflacht, kräftig und vipernartig plump. Der dreieckige Kopf ist flach, sehr breit und deutlich vom Hals abgesetzt. Über den kleinen Augen mit vertikal-elliptischer Pupille stehen auffällig winkelige, aufgerichtete Überaugenschilde. Die Giftzähne sind für eine Giftnatter ungewöhnlich beweglich und lang, sie messen sechs oder mehr Millimeter. Bei Bissen können sie daher senkrecht tief ins Gewebe eindringen.

Todesotter
Korallenkobra
Südafrikanische Korallenschlangen leben wühlend im Boden. Sie verlassen ihren Unterschlupf nachts oder nach heftigen Regenfällen und jagen kleine Reptilien und Säugetiere. Bei Bedrohung richten sich die Tiere ähnlich einer Kobra auf und drohen durch Aufblähen des Halses. Meist wird mit geschlossenem Maul zugestoßen. Das Gift ist mäßig stark. Die Art legt im Sommer Gelege aus 3 bis 11 Eiern.

Korallenkobra
Brillenschlange
Die Brillenschlange kann recht unterschiedlich gezeichnet sein, die meisten Exemplare weisen jedoch die typische, an eine Brille erinnernde Markierung auf der Rückseite des Halsschildes auf. Die Brillenschlange gilt als von Wilderern begehrtes Objekt. Das Washingtoner Artenschutzabkommen, Anhang II, stellt die Tiere aber unter weltweiten Schutz, der Handel mit Tieren und Produkten daraus ist verboten. Auch der Wildfang, um die Tiere als Heimtiere zu halten, ist strafbar. Trotzdem werden die Tiere oft von Schlangenbeschwörern für ihre Vorstellungen gefangen.

Brillenschlange
Kreuzotter
Die Kreuzotter gehört zu den Vipern. Die Schlangen dieser Familie sind alle giftig, und ihre Körper sind im Verhältnis zur Länge ziemlich dick. Die Kreuzotter ist noch eine der schlanksten von ihnen. Sie wird meist nur 60 Zentimeter lang, manchmal auch bis zu 80 Zentimeter. Der Kopf ist länglich-dreieckig und deutlich vom Körper abgesetzt. Die Schnauze ist kurz und abgerundet. Ein typisches Merkmal der Vipern, an dem sie sich auf den ersten Blick erkennen lassen, sind ihre Augen: Die Pupillen bilden tagsüber einen senkrechten Schlitz. Bei den ebenfalls bei uns lebenden ungiftigen Ringelnattern sind die Pupillen dagegen rund. Kreuzottern können ganz unterschiedlich gefärbt sein.

Kreuzotter
Hornviper
Die Augen haben Schlitzpupillen. Auf der Schnauzenspitze ist ein weiches, beschupptes Horn zu sehen. Seine Bedeutung ist noch nicht geklärt. Am Rücken ist ein meist dunkles Zickzackband erkennbar. Am Rücken kann die Färbung silberweiß, grau über beige bis braun sein. Die Unterseite des Schwanzes ist rot gefärbt, oft auch das Schwanzende oberseits. Hornvipern können bis 90 cm lang werden. Wie alle Schlangen wachsen sie ein Leben lang. Damit die Haut nicht zu klein wird, müssen sie sich zwei bis drei Mal im Jahr häuten. Die alte Haut wird abgestreift. Darunter befindet sich schon die neue Haut.

Hornviper
Der nordamerikanische Kupferkopf
Der nordamerikanische Kupferkopf erreicht eine Länge von rund 90 Zentimeter, in seltenen Fällen auch bis 1,2 Meter. Sein Rücken hat eine ockerfarbene Grundfärbung und ist mit kupferroten Querbändern überzogen. Die Querbänder sind schwarz eingefasst. Sein flacher und von der Form her dreieckiger Kopf setzt sich deutlich vom Körper ab. Der Kopf ist zu den Seiten hin heller gefärbt. Ein weißer Streifen verläuft von den Augen bis zum Mundwinkel. Die Schnauze läuft zur Spitze hin recht spitz zu. Die Pupillen sind senkrecht geschlitzt. Auffälliges Merkmal sind seine Lorealgruben, die sich zwischen Augen und Nasenöffnung befinden und deutlich sichtbar sind. Lorealgruben sind Organe, mit denen Grubenottern (Crotalinae) Temperaturunterschiede wahrnehmen können.

Der nordamerikanische Kupferkopf
Mulgaschlange
Die King Brown Snake (Pseudechis australis) gehört zur Gattung “Schwarzottern” und zur Familie der Giftnattern. Von allen australischen Giftschlangen injiziert die King Brown Snake pro Biss am meisten Gift.

Mulgaschlange
Schwarzweiße Hutschlange
Das Gift der Schwarzweißen Hutschlange gilt als zweitwirksamstes Gift der afrikanischen Kobras. Die Schlange ist schnell und sehr aktiv. Wird ihr Biss nicht entsprechend mit einem Gegengift behandelt, kann er zum Tode führen. Die schwarzweiße Hutschlange wird auch schwarzweiße Kobra, Weißlippenkobra oder auch Waldkobra genannt.

Schwarzweiße Hutschlange
Gewöhnliche Braunschlange
Die Braunschlangen (Pseudonaja), auch als Australische Scheinkobras bezeichnet, sind eine in Australien und auf Neuguinea verbreitete Gattung der Schlangen aus der Familie der Giftnattern (Elapidae). Der wissenschaftliche Name Pseudonaja bedeutet „Falsche Naja“, wobei Naja für die echten Kobras steht. Charakteristisch für Braunschlangen ist die ungewöhnliche Jagdweise: Die meisten Arten töten ihre Beute durch einen Giftbiss und gleichzeitiges Umschlingen. Die Gewöhnliche Braunschlange (Pseudonaja textilis) ist eine der giftigsten Schlangen der Welt.

Gewöhnliche Braunschlange
Terciopelo-Lanzenotter
Die Terciopelo-Lanzenotter besitzt einen Gift-Cocktail aus den unterschiedlichsten Toxinen – sehr kompliziert, sehr gefährlich und bis heute nicht vollständig erforscht. Hinzu kommt, dass die Terciopelo-Lanzenotter lange Giftzähne hat, bei jedem Biss eine große Menge Gift abgibt, leicht reizbar und schnell ist. Weil sich die Schlange bei einer Bedrohung aufstellt, sind Bisse oberhalb des Knies nicht selten. Wenn sie unbehandelt bleiben, hat das nicht selten die Amputation eines Körperteils zur Folge. Seit das passende Gegengift entwickelt wurde, ging die Zahl der Todesfälle aber beinahe auf Null zurück. In Costa Rica ist die Terciopelo-Lanzenotter für etwa die Hälfte der Schlangenbisse verantwortlich.

Terciopelo-Lanzenotter
Basilisken-Klapperschlange
Die Basilisken-Klapperschlange (Crotalus basiliscus) gehört zur Gattung “Klapperschlangen” und zur Familie der Vipern. Die Basilisken-Klapperschlange ist eine der größten Schlangen ihrer Art. Sie gibt bei einem Biss relativ große Giftmengen ab, die bei Menschen tödlich sein können. Sie kommt ausschließlich in Mexiko vor.

Basilisken-Klapperschlange
Schauer-Klapperschlange
Die Schauer-Klapperschlange ist die einzige Klapperschlange, die vor allem in Südamerika vorkommt, und zwar in Mexiko, Kolumbien, Venezuela, Brasilien, Bolivien, Paraguay, Argentinien, Peru und Guyana. Sie gilt als giftigste Klapperschlange. Da es aber viele Unterarten der Schauer-Klapperschlange gibt, ist die Zusammensetzung und die Wirkung des Gifts doch recht unterschiedlich. Besonders die Schauer-Klapperschlange Crotalus durissus terifficus ist gefürchtet. Während ein Biss der anderen häufig gut behandelbar ist, liegt die Wahrscheinlichkeit an ihrem Gift zu sterben, bei bis zu 75 % (wenn unbehandelt). Außerdem ist ihr Gift dafür bekannt, Sehstörungen und (bleibende) Blindheit zu verursachen.

Schauer-Klapperschlange
Insel-Lanzenotter
Bei den Giftschlangen, die auf dem Inselchen Angst und Schrecken verbreiten, handelt es sich um die Insel-Lanzenotter (Bothrops insularis), eine Schlangenart aus der Familie der Vipern, die nur auf Queimada Grande lebt. Sie ist zwar gerade einmal 70 Zentimeter gross, zählt aber zu den giftigsten Schlangen der Welt. Ihr hochwirksames Gift verhindert die Blutgerinnung und löst das Muskelgewebe ihrer Beute auf. Beisst die Insel-Lanzenotter eine Maus, ist diese binnen zwei Sekunden tot. Auch für den Menschen ist ihr Biss in der Regel tödlich.

Insel-Lanzenotter
Buschmeister
Der Südamerikanische Buschmeister (Lachesis muta) – auch Shushupe oder Surucucu genannt – ist eine bodenbewohnende, nachtaktive Schlange und lebt in den Regenwäldern Südamerikas. Er tötet kleinere Säugetiere mit einem giftigen Biss, nachdem er ihnen aufgelauert hat. Er wird etwa 2,5 m lang, in Ausnahmefällen bis 3,0 m. Der Buschmeister ist damit die längste Viper der Welt und die größte Giftschlange Amerikas. Seine Giftzähne werden bis 35 Millimeter lang.

Buschmeister
Aspisviper
Die Aspisviper ist eine von zwei in Deutschland heimischen Giftschlangen. Ihr Gift ist leicht giftiger als das der Kreuzotter. Ihr Gift ist hämorrhagisch (Blutungen auslösend) und zytotoxisch (gewebezerstörend). Die individuelle Zusammensetzung des Giftes variiert je nach Lebensraum- und Bedingungen, was von dem Pariser Institut Pasteur untersucht wurde. In dieser Untersuchung, die in Frankreich durchgeführt wurde, wurden in dieser Schlangenart sonst nicht vorkommende Neurotoxine (i.e. Ammodytoxin Isoforme) in einer Population aus einer bestimmten Region nachgewiesen. Dies bedingt die notwendige Entwicklung verschiedener Antiseren gegen das Gift einer einzigen Schlangenart.

Aspisviper
Nordiberische Kreuzotter
Die Spanische oder Nordiberische Kreuzotter (Vipera seoanei), auch bekannt als Séoanes Viper oder Iberienotter, ist eine kleine bis mittelgroße Giftschlange aus der Familie der Vipern (Viperidae), die nur im äußersten Norden der Iberischen Halbinsel vorkommt. Sie wurde bei ihrer Erstbeschreibung als Unterart der Kreuzotter (V. berus) angesehen, stellt heute jedoch eine anerkannte Art dar.

Nordiberische Kreuzotter
Stülpnasenotter
Die Stülpnasenotter ist durch die Zerstörung ihres Lebensraums durch den Menschen am meisten gefährdet. Insbesondere die Ausdehnung der Ballungsräume, Verstädterung, Straßenbau und Intensivlandwirtschaft haben zur Zerstörung ihres Habitats geführt. Weitere anthropogene Faktoren sind vom Menschen gelegte Waldbrände und die Aufforstung mit schnell wachsenden Forstbäumen, wie Eukalyptus. Daneben sind sie, wenn sie sich auf Straßenasphalt sonnen, durch den Autoverkehr gefährdet. In Portugal gelten die Köpfe der Stülpnasenottern als Amulette, die Glück bringen sollen oder Unglück abwehren.

Stülpnasenotter
Wiesenotter
Die Wiesenotter gilt als die kleinste Giftschlange Europas, unter allen ihren Unterarten ist jedoch die Ungarische Wiesenotter die größte. Die Männchen bleiben kleiner und schlanker als die Weibchen. Das größte während eines Nachzuchtprogramms in Ungarn gemessene männliche Exemplar hatte eine Gesamtlänge von 47,1 cm, das längste Weibchen erreichte 59,8 cm.

Wiesenotter
Europäische Katzennatter
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom südosteuropäischen Mittelmeerraum über die griechischen Inseln und die Türkei bis nach Südrussland am Kaspischen Meer, im Mittleren Osten über Israel und den Libanon bis Nordiran sowie in Nordafrika bis in das östliche Ägypten. Sie besitzt im hinteren Bereich des Kiefers Furchenzähne, die mit Giftdrüsen verbunden sind, und wird daher der nicht monophyletischen Gruppe der Trugnattern zugeordnet. In Griechenland wird diese Art als agiofido (griechisch αγιόφιδο) bezeichnet, was ‚heilige Schlange‘ bedeutet.

Europäische Katzennatter
Europäische Eidechsennatter
Bei Menschen kommt es aufgrund der sehr scheuen Lebensweise der Schlange so gut wie nie zu Bissunfällen; eine Risikogruppe stellen Landwirte dar, denn ihnen laufen die Eidechsennattern noch am ehesten unerwartet über den Weg, zum Beispiel in Ställen oder Getreidelagern. Grundsätzlich wehren sich die Eidechsennattern mit Fauchen, Scheinangriffen und Schnappen. Bissunfälle entstehen erst durch das mutwillige Ergreifen des Tieres, das Festhaltebisse als Abwehr auslöst, bei denen die Schlange das Gift einzukauen versucht. Todesfälle oder lebensbedrohliche Vergiftungen sind aber nicht bekannt.

Europäische Eidechsennatter
Waldsteppenotter
Über die Zusammensetzung und Wirkung des Giftes der Waldsteppenotter liegen nur sehr begrenzte Kenntnisse vor. Die Giftproduktion der Waldsteppenotter ist wahrscheinlich deutlich größer als die der Kreuzotter. Die Häufigkeit von Bissunfällen ist unbekannt. Aufgrund spektroskopischer Analysen wurde eine große Ähnlichkeit des Giftes mit dem der Kreuzotter festgestellt. Beide variieren in den Anteilen der Einzelproteine und lassen sich entsprechend spektroskopisch unterscheiden. Rein optisch ist das Gift der Kreuzotter gelblich, während das der Waldsteppenotter farblos ist.

Waldsteppenotter
Halysviper
Die Trugnattern sind keine eigene taxonomische Gruppe, es handelt sich vielmehr um eine Reihe von Arten innerhalb der Nattern. Sie besitzen im hinteren Bereich des Oberkiefers gefurchte Giftzähne, über deren Außenfurche das Gift mit kauenden Bewegungen in die Bisswunde eines Beutetiers geleitet wird. Für größere Tiere sind Trugnattern jedoch in der Regel ungefährlich, da zum einen durch die Stellung der Giftzähne diese bei einem Biss ihr Opfer nicht erreichen und zum anderen das Gift der Trugnattern im Vergleich zu Vipern und Giftnattern relativ schwach ist. Bei einzelnen Trugnatterarten, zum Beispiel der Boomslang (südliches Afrika) oder der Mangroven-Nachtbaumnatter (Südostasien), kann der Biss jedoch auch für Menschen lebensgefährlich sein.

Halysviper
Kaukasusotter
Die Westliche Kaukasusotter ist tagaktiv, wobei die Tiere entsprechend dem Sonnenstand morgens auf ostexponierten und am Spätnachmittag auf westexponierten Flächen zu finden sind. Die Winterruhe dauert sieben bis acht Monate. Sie ernährt sich vor allem von Kleinsäugern wie Mäusen und Ratten sowie von Eidechsen und jungen Vögeln, die sie durch einen Giftbiss tötet. Jungschlangen ernähren sich von Heuschrecken und jungen Eidechsen.

Kaukasusotter
Levanteviper
Die Levanteotter bzw. Levanteviper (Macrovipera lebetina) ist die größte Viper Europas und kommt in sechs Unterarten vor. Diese Schlange, die in einigen typischen Urlaubsländern – wie z.B. der Türkei, Tunesien oder Indien – vorkommt, gilt als eine sehr giftige Schlange. Die Schlange wird im Mittel zwischen 0,80 m und 1 m lang. Aber es wurden – wenn auch sehr selten – Exemplare mit einer Länge von 1,80 m gefunden. Die Grundfärbung der Schlange variiert in Abhängigkeit von ihrem Herkunftsland von hellgrau über graugrün, beige, gelb bis hin zu rot-braun.

Levanteviper